Grüner Gockel

 
    

Der „Grüne Gockel“  und die Kirchengemeinde

Jetzt will sich die evangelische Gemeinde Meckesheim auch noch einen Hühnerhof, natürlich nach Öko-Schutz-Richtlinien, zulegen! Frische Eier für Gemeindefeste, für Backaktionen der Kinder und Jugendlichen sowie ausgeblasene Eier für schönen Osterschmuck wären sicher heiß begehrt. 
Aber nein, wir müssen alle freudigen Erwartungen enttäuschen. Dieser „Grüne Gockel“ wird nicht der Herr einer munteren Hühnerschar sein, sondern das Emblem auf einem Umweltzertifikat, durch das der Kirchengemeinde umweltgerechtes Handeln bestätigt wird. Um das Ziel zu erreichen, müssen
28 Stationen abgearbeitet werden, die ein Umweltteam von 6 Personen der Kirchengemeinde mit einem Begleiter (Auditor der Landeskirche) sich zur Aufgabe gemacht hat.
Was hat die Gemeinde vom „Grünen Gockel“?
Es geht um die Reduzierung der Umweltbelastung durch weniger Wärmeenergie-, Strom- und Wasserverbrauch, durch Reduktion des Müllaufkommens und durch eine umweltfreundliche Beschaffung aller Gebrauchsgüter. 
Nachdem schon vor mehreren Jahren der Energiecheck „Sparflamme“ beschlossen worden war und bis heute durchgeführt wird, ist dies nun die logische Weiterentwicklung auf dem Weg zu diesem Umweltzertifikat, das dem EU-Öko-Audit EMAS (Eco Management and Audit Scheme) entspricht. Nachdem sich ein Umweltteam gebildet hat und von einem Auditor und einer Beauftragten vom EOK kompetent informiert wurde, fand eine gemeinsame Begehung mehrerer kirchlicher Gebäude statt.
Das Umweltteam hat inzwischen die Umweltleitlinien (Umweltziele, siehe rechte Spalte) formuliert, der Kirchengemeinderat hat sie verabschiedet. Anvisierter Zeitpunkt zur Erlangung des „Grünen Gockel“-Zertifikates ist das Frühjahr bzw. Ostern 2020.

Grüner Gockel – Wo stehen wir?

Das Umwelt-Team, das im Regelfall einmal im Monat tagt, steht vor einer arbeitsintensiven Herausforderung: Die Erstellung und Veröffentlichung der „Umwelterklärung“ unserer Kirchengemeinde. Darin stellen wir dar, wer wir sind, wo wir mit unserem umweltgerechten Handeln stehen und was wir in einem selbstgewählten Zeitrahmen erreichen/verbessern wollen. Viele Daten sind da zu erfassen, viele noch so kleine Schritte zu gehen.
Am 14. Oktober hatten wir Besuch von Umweltmanagerin Sonja Klingberg-Adler vom BUE (Büro für Umwelt und Energie am EOK) bei uns, die uns in einer Art Generalprobe auf die Überprüfung vorbereitete. Den ganzen Prozess über stand uns auch unser Auditor Oliver Foltin zur Seite. Ohne diese professionelle Begleitung ist der Weg zu einem kirchlichen Umweltmanagement nicht zu beschreiten.
Am 13. Dezember – nach Abgabe der vom Kirchengemeinderat beschlossenen „Umwelterklärung“ − wurden wir von einem externen Auditor auf Herz und Nieren geprüft, ob wir das „Grüne-Gockel-Zertifikat“ erhalten können. Wichtiger als die Urkunde ist allerdings, welche Maßnahmen wir als Kirchengemeinde zur Verbesserung unserer Umweltbilanz konkret umsetzen. Wie bei privaten Hausbesitzern auch, birgt die Verringerung des Energieverbrauchs das größte Einsparpotential, aber auch der Einkauf fair gehandelter Produkte lässt sich noch optimieren – um nur zwei Beispiele zu nennen.
Wir werden weiter berichten.
Wilhelm Rojek
Neuerung:
Nachtbeleuchtung Evangelische Kirche Meckesheim
Ein Beitrag zu Umwelt- und Insektenschutz
Letztes Jahr wurden wir von einem Gemeindemitglied darauf aufmerksam gemacht, dass es ein neues Landesgesetz (Neufassung des Naturschutzgesetzes § 21) gibt, welches die Beleuchtung von öffentlichen Gebäuden zum Schutz für Insekten neu regelt. In den Monaten April bis September sollen Gebäude in öffentlicher Hand nicht mehr durch künstliches Licht angestrahlt werden, und in den Monaten Oktober bis März bis höchstens 22:00 Uhr. Der Grund hierfür liegt im Insektenschutz. Die in den letzten Jahrzehnten kontinuierliche Zunahme von nächtlichen Lichtquellen ist ein Grund (von vielen) für die erschreckende Abnahme der Artenvielfalt bei Insekten. So wird dringend empfohlen, bei Nachtlampen auf „insektenfreundliche Beleuchtung“ zu achten (§21 Abs. 3). Gerade Strahler, die in den Himmel hinaufstrahlen, wie bei der Beleuchtung unseres Kirchturms, ist für nachtaktive Insekten eine dauerhafte Irritation und führt zu einer empfindlichen Störung ihres Lebensraumes und ihres Lebensrhythmusses. 
Deswegen haben wir auf Empfehlung unseres Umweltteams im Kirchengemeinderat darüber gesprochen und in unserer letzten Sitzung beschlossen, die Beleuchtung des Kirchturms in den Wintermonaten zu reduzieren und nach Ostern und in den Sommermonaten auf die Beleuchtung des Kirchturmes ganz zu verzichten. Nicht erschrecken also: Es ist nichts kaputt. Im Gegenteil: Ein kleiner Beitrag zum Umwelt- und Naturschutz!